Was machst Du, wenn.....?

Heute möchte ich den Blogbeitrag mal mit einer Frage eröffnen und Euch bitten weiterzulesen, auch wenn Ihr euch denkt: "Was spinnt der denn?"

Also hier meine Frage:
Ist es für Euch ein Unterschied, ob ihr Eurem Kind erklärt, warum man nicht stehlen darf, oder ob Ihr von jemandem Wildfremden überfallen werdet und Euch und Euer Leben verteidigen müsst?

Ja klar werdet Ihr jetzt sagen, doch so klar ist das Ganze nicht.


Wenn wir die Frage nämlich auf Hunde transferieren, dann stellen wir fest, dass uns genau diese Aussage in diversen Foren immer wieder entgegenschlägt.

„Was machst Du denn, wenn ein zähnefletschender Dobermann Dich zerfleischen und töten will? Klickerst Du den dann KO?“
Findet Ihr diese Frage verständlicher als die obige?
Für mich stellen beide Fragen das gleiche, inhaltslose Gebabbel dar.
Warum?

1. Mein Kind, dem ich erkläre, dass es nicht stehlen, schlagen oder sonst was machen soll, was gegen das Gesetz ist, ist mein Schutzbefohlener. Ich habe die Verantwortung für das Kind und somit auch für sein seelisches und körperliches Wohlbefinden. Ich kann jederzeit überlegen, wie ich ihm gewisse Dinge vermitteln will und entsprechende Situationen oder Gesprächstaktiken wählen. Ich kann mich an das Kommunikations- 1x1 halten, Effizienzfaktoren beachten und auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen. Ebenso wie in einer Trainingssituation mit einem mir anvertrauten Hund. Ich kenne sein Problem und habe die Pflicht, mir zum Wohle des Hundes Gedanken zu machen, wie ich ihm  Dinge angenehm vermitteln kann.


2. Ein mir vollkommen Fremder, der mich überfällt, mir körperlichen Schaden zufügen will ist nicht mein Schutzbefohlener. Ich befinde mich in einer Notwehrsituation. Für solche Situationen hat der Gesetzgeber sogar Rechtfertigungsgründe geschaffen. Sogar der Gesetzgeber kennt also den Unterschied zwischen Notwehr und Erziehung.

Nun frage ich also nochmal:
Kennt Ihr immer noch nicht, welch doofen Vergleich Ihr da anstrengt?

Wenn ich einen Hund ins Training bekomme, dann ist es meine Pflicht, ihm das zu Erlernende ohne Druck, Zwang und Gewalt zu vermitteln. Wenn ich das nicht schaffe, ohne dem Hund irgendwelche Gegenstände drüberzuziehen, ihm die Leine auf die Schnauze zu schlagen, ihn zu treten, zu zwicken, im Genick zu packen oder mit Würger zu behandeln, dann habe ich meine Pflicht verletzt und sollte mir zwingend überlegen, ob ich es nicht anders kann. Falls nicht, wäre es Zeit sich einen anderen Job zu suchen.
Ein Bäcker, der es nicht hinbekommt eine einfache Kaisersemmel zu backen bekommt keinen Job. Aber ein Hundetrainer, der Lebewesen aus Unwissenheit schlägt oder misshandelt, der praktiziert weiter und wird dafür sogar noch von manchen gefeiert?
Kurios, findet Ihr nicht?

Ich kann für mich jedenfalls schonmal feststellen, wenn mir jemand eine Frage stellt oder mir gegenüber eine Aussage trifft und dabei nicht in der Lage ist, banale Dinge wie Management, Training und Notwehr zu differenzieren, den kann ich schon prinzipiell nicht mehr ernst nehmen.

Denn genau diese Menschen sind es seltsamerweise, die mit solch hanebüchenen Aussagen ihr eigenes tierschutzrelevantes Handeln rechtfertigen wollen.

Und nein, mit einem wildfremden Hund, der mich "zerfleischen" will, bilde ich keinen "Stuhlkreis", ich bin mir aber meiner Verantwortung für Lebewesen, die mir anvertraut werden bewusst und nehme sie entsprechend ernst.

Und bevor Ihr dann wieder mit euren seltsamen Vergleichen kommt, lieber mal den Deckel schließen, wenn kein Inhalt in der Verpackung ist ;)